Wohltuende Badezusätze

In erster Linie ist ein Bad natürlich dazu da, die Haut von Schmutz, Hautfett und abgestorbenen Hautschüppchen zu befreien. Doch beim Baden wird auch Wasser in die Haut aufgenommen, dort gespeichert und teilweise sogar ins Körperinnere abgegeben.

Wenn also Wasser in die Haut eindringen kann, können dies auch die Wirkstoffe, die im Wasser enthalten sind. Auf diesem Prinzip beruht die Wirkung medizinischer Badezusätze: Die Haut speichert nicht nur Wasser in der obersten Hautschicht, sondern nimmt auch heilende und pflegende Stoffe auf.

Jedes Bad ist zudem gleichzeitig auch eine Dampfbehandlung, die Nase, Stirn- und Nebenhöhlen frei macht. Außerdem wirkt auch die Wärme des Wassers positiv auf das Allgemeinbefinden: Angespannte Nerven beruhigen sich, Entschlackung und Entgiftung des Körpers werden angeregt.

Einige Baderegeln vorweg:

  • Damit das Wasser seine positive Wirkung erzielen kann, sollte es bei einem Vollbad ca. 10 bis 15 cm über dem Bauch stehen.
  • Die ideale Wassertemperatur liegt bei 38 °C.
  • Nie länger als 20 Minuten in der Wanne bleiben, weil sonst Herz und Kreislauf zu stark belastet werden.
  • Nach dem Baden nicht abrubbeln, sondern sich in einen Bademantel hüllen und die Haut trocken tupfen. Das gilt besonders dann, wenn man ein Ölbad verwendet hat.
  • Jeden Tag Baden muss nicht sein. Es kann unter Umständen sogar die Haut schädigen. Außerdem verbraucht ein Duschbad weniger Wasser und Energie - und ist damit ökologisch sinnvoller.

Wohltuende Armomabäder

Schon vor Jahrtausenden setzten Chinesen und Ägypter eine Art Aromatherapie zur Heilung von Körper und Seele ein. Man wusste, dass Düfte über den Geruchssinn direkt ins Unterbewusstsein dringen und so Geist, Körper und Seele beeinflussen.

Die Nase ist eng mit dem Teil des Gehirns verbunden, der Gefühle steuert und Erinnerungen speichert. Riecht man z.B. den Duft von Vanille, werden viele an Weihnachten erinnert. Grundsätzlich haben Aromazusätze mit ätherischen Ölen je nach Ingredienz beruhigende oder anregende Wirkungen:

  • Wunderbar entspannend sind Bäder mit Lavendelölen.
  • Zusätze mit Vanille-, Melisse-, Rosen- oder Orangenölen bringen die Seele ins Gleichgewicht.
  • Wer sich müde und schlapp fühlt, sollte sich ein vitalisierendes Bad mit Rosmarin- und Citrusölen gönnen.
  • Eukalyptus- und Fichtennadelessenzen helfen bei Erkältungen.
  • Basilikum wirkt entspannend und beruhigend, stärkt zudem schwache Nerven.
  • Das Öl von Ylang-Ylang entspannt und beruhigt.

Wichtig ist, dass reine Öle verwendet werden. Hochwertige Öle werden in dunklen Fläschchen aufbewahrt, haben den lateinischen und deutschen Pflanzennamen auf dem Etikett und tragen den Hinweis "100 % reines ätherisches Öl".

Beim Kauf von Aromaölen sollte man seiner Nase vertrauen. Ist ein Duft auf Anhieb unangenehm, kann er auch nicht positiv wirken. Damit keine Hautreizungen auftreten, sollte man das Öl vor der Anwendung in der Wanne in der Armbeuge ausprobieren.

Hautreizend sind häufig Nelke, Thymian, Oregano, Zimt, Nelkenblatt und Bohnenkraut. Asthmatiker sollten möglichst auf Schafgarbe, Majoran, Oregano und Rosmarin verzichten, weil diese Öle auf die Krankheit einen negativen Einfluss haben können. Wer Ein- oder Durchschlafschwierigkeiten hat, sollte von Pfefferminz- und Pinienöl die Finger lassen, wohingegen Lavendel, Melisse und Salbei schlaffördernd wirken.

Weitere Rezepte zum Wohlfühlen

Für Gestresste ist ein Bad aus 6 Tropfen Melissen-, 2 Tropfen Pfefferminz- und 4 Tropfen Zitronenöl ideal, da die Mischung zur Beruhigung und Entspannung beiträgt. Wer richtig abschalten möchte, kann auf das folgende Kräuterbad setzen:

  • Jeweils eine Tasse der getrockneten Heilpflanzen Pfefferminze, Lavendel und Beinwell sowie jeweils eine halbe Tasse Salbei und Rosmarin mit kochendem Wasser übergießen. Das Ganze mindestens fünf Minuten ziehen lassen, filtern und ins Badewasser geben.

Ein wärmendes Bad wird mit 2 EL Mandel-, 3 Tropfen Thymian-, 2 Tropfen Cajeput-, 3 Tropfen Ingwer- und 3 Tropfen Eukalyptusöl erreicht. Man sollte sich in der Wanne mit diesem Gemisch einreiben. Schweißtreibend wird es, wenn man den Saft von zwei frisch geraspelten Ingwerwurzeln in das Badewasser gibt.

Eine weihnachtlich duftende Mischung kann aus 2 EL Sonnenblumen-, 2 Tropfen Fichtennadel- oder Pinien-, 1 Tropfen Zimtrinden-, 2 Tropfen Kardamom- und 1 Tropfen Orangenöl hergestellt werden.

Den Urlaub am Meer kann man auch in der heimischen Badewanne genießen. Zahlreiche hochwirksame Inhaltsstoffe in Algen und Meersalz sorgen für einen Energieschub und eine optimale Erholung im Wasser.

Für zarte Haut

Schon Kleopatra schätzte die Vorzüge einer ausgiebigen Badezeremonie. Die ägyptische Königin ließ ihrem Pflegebad wertvolle Zusätze wie Milch und duftende Öle beifügen. Auch heute kann man sich bei stimmungsvoller Musik und Kerzenschein zum Verwöhnen in die Wanne legen. Dazu kommt eine Beauty-Mischung aus drei Tropfen Rosenöl, 2 Tropfen Lavendelöl, 1 Tropfen Neroliöl und 1 Tropfen Mimosenöl. Die Öle werden mit 3 EL Vollmilch angerührt. Wer unter besonders trockener Haut leidet, kann stattdessen Sahne nehmen.

Für problematische und gereizte Haut eignet sich eine milde Mischung aus 3 Tropfen Kamillenöl, 2 Tropfen Geranienöl und 3 EL Milch. Wer sich etwas Besonderes gönnen möchte, kann noch Rosenblätter auf das Wasser streuen.

Wer das Rosenfeeling pur erleben möchte, kann 2 EL Wildrosenöl direkt in den einlaufenden Wasserstrahl geben. Dann eine Tasse Sahne mit 2 EL Rosenöl dazu geben und wiederum ein paar Rosenblätter ins Bad geben.

Österreichs Königin Sissi gehörte angeblich auch zu den Liebhaberinnen von Bädern. Ihr Geheimnis: Olivenöl. Es sorgt für samtweiche Haut.