Geschichte

Die Adler-Apotheke in Darmstadt besteht seit über 160 Jahren.
Zu der Zeit ihrer Gründung hatte die Bevölkerung unserer Stadt stark zugenommen, nämlich von 6.700 Einwohner im Jahre 1794 auf über 15.000 im Jahre 1815 und auf ca. 20.000 im Jahre 1852.

Nach den Plänen des bedeutenden Georg Moller, der 1810 zum Hofbaurat berufen worden war, entstand wegen dieser Bevölkerungszunahme die "Neustadt", die westliche Vorstadt, die nach dem Wunsch des Großherzogs Ludwig I. durch baulich-repräsentative Gestaltung zum Aushängeschild der jungen, großherzoglichen Residenz werden sollte.

 

Seit über 160 Jahren im Dienste Ihrer Gesundheit

Dort, wo in den Jahren 1822 bis 1827 die Ludwigskirche und die Bebauung des Wilhelminenplatzes entstanden, baute der Steuerrevisor und Dichter Karl Christian Tenner das "schöne, stattliche Haus" an der Ecke des Wilhelminenplatzes und der Hügelstraße, wie in einem alten Bericht zu lesen ist.

Wegen seines Umzugs nach Gießen verkaufte Karl Christian Tenner dieses Haus an den Apotheker Dr. Ferdinand Ludwig Winckler, der hierfür 1843 die Konzession zur Errichtung der "Adler-Apotheke" beantragt hatte. Zu dieser Zeit entstand auch ein Wahrzeichen Darmstadts, der "Lange Ludwig".

Der Apotheker Dr. Winckler - er war einer der Gründer des "Apothekenvereins im Großherzogtum Hessen" im Jahre 1839 - verkaufte 1863 das Haus und die Apotheke an einen Sohn Karl Christian Tenners, den Apotheker Dr. Alfons Tenner, der inzwischen sein Pharmaziestudium in Gießen beendet hatte.

Im Jahre 1888 wurde Dr. Alfons Tenner zum Medizinalrat ernannt und verpachtete die Adler-Apotheke an seinen Neffen Dr. Karl Tenner, der sich aber schon 1896 wegen eines schweren Leidens wieder aus dem Beruf zurückziehen musste.
Nach der Verwaltung durch den Apotheker Johann Gustav Liebenow übernahm 1904 Dr. Karl Theodor Tenner, ein Sohn des Medizinalrats, die Leitung der Apotheke und führte sie 40 Jahre lang.
In der Bombennacht im September 1944 fiel auch die Apotheke am Wilhelminenplatz in Schutt und Asche. Dr. Karl Theodor Tenner starb 1945.

Im November 1945 wurde die Adler-Apotheke in den Räumen des Regierungspräsidiums am Mathildenplatz als Not-Apotheke wieder eröffnet, um die Arzneiversorgung der Bevölkerung aufrecht zu erhalten. Ein Sohn Karl Theodor Tenners, der Apotheker Dr. Alfons Tenner, führte die Tradition fort.
Seinem tatkräftigen Einsatz ist es zu verdanken, dass die Adler-Apotheke am 27. November 1950 in dem Neubau Wilhelminenstraße 13, Ecke Adelungstraße, wieder eröffnet werden konnte. Dort befindet sie sich noch heute. Die Apotheke wurde bis 2005 von seinem Sohn, dem Apotheker Dr. Christian Tenner, in vierter Generation geleitet.

Seit 2006 führt die langjährige Mitarbeiterin Frau Apothekerin Dorothee Köllner die traditionsreiche Adler-Apotheke.